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Seemann

Seemann Lichtbildanstalt
Hospitalstraße 11a
Leipzig
 
Gegründet: 1858
Gründer: Ernst Arthur Seemann
Geschlossen: -
Deutschland

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Geschichte

Am 1. Dezember 1858 zeigte Ernst Arthur Seemann im Alter von 29 Jahren in Essen die Eröffnung seines Unternehmens unter der Firmierung E. A. Seemann, Verlags- und Sortimentsbuchhandlung, verbunden mit Kunst-, Musikalien u. Antiquariatsbuchhandel an.
Am 15. August 1861 zog Seemann mit seinem Unternehmen, das sich als erster Verlag ausschließlich auf Kunstliteratur und auf Gemäldereproduktionen konzentrierte, nach Leipzig um. Schnell wurde der Name E. A. Seemann zu einem Markenzeichen für qualitätsvolle Kunstliteratur.
Ernst Arthur Seemann leitete sein Unternehmen über vier Jahrzehnte lang. Zum 1. Januar 1899 übergab er die Verlagsgeschäfte seinem 1861 geborenen Sohn Artur Seemann.
Artur Seemann setzte die von seinem Vater begonnene Ausrichtung des Verlagsprogramms fort, teilte sich ab dem 1. Oktober 1899 die Geschäftsführung mit Gustav Kirstein.
1911 wurde die Seemann-Lichtbildanstalt als ein Zweigunternehmen eingerichtet, das die Seestern-Lichtbilder, Diapositive für Lehr- und Unterrichtszwecke, herstellte.
Der schwerste Bombenangriff auf Leipzig zerstörte am 4. Dezember 1943 das Verlagshaus mitsamt der Lichtbildanstalt, allen Unterlagen und der drucktechnischen Anlagen. Nur die sich außerhalb des Stammhauses befindlichen Materialien konnten gerettet werden. Neben Lagerbeständen fertiger Druckerzeugnisse betraf das die Redaktion des „Thieme-Becker“-Künstlerlexikons mit ihrer umfangreichen Bibliothek und den in fünf Jahrzehnten zusammengetragenen Unterlagen.
Der einstige Kirstein-Zweig des Verlages, nun wieder „Seemann & Co.“, erhielt in der DDR eine Lizenz zur Weiterführung der Produktion. Am 3. Dezember 1946 wurde die Genehmigung zur Herausgabe der Zeitschrift für Kunst und künstlerische Gestaltung erteilt. Ein Jahr später wurde mit der Lizenz zur „Veröffentlichung von Literatur über Kunst, Kunst-, Kultur- und Geistesgeschichte“ die Weiterführung des Verlages gesichert. Das Unternehmen blieb vorerst im Besitz der Familie Seemann, auch wenn Elert Seemann wegen seiner einstigen NSDAP-Zugehörigkeit nicht als Inhaber zugelassen wurde. Seemann hatte sich bereits in Richtung Westen abgesetzt, nachdem er im September 1945 seiner Schwester Irmgard Nußbaum-Seemann (1903–?) alle Verlagsteile überlassen hatte. Am 13. Februar 1946 wurde sie als Verlagsinhaberin von der Besatzungsmacht bestätigt. Elert Seemann selbst versuchte, einen Zweig des Familienunternehmens in der britischen Besatzungszone, in Köln, zu errichten und führte ihn unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten bis zu seinem Tod im Jahre 1989 und zwar wieder als Kunstverlag, teilweise in Zusammenarbeit mit dem VEB E. A. Seemann in Leipzig.
Die Schwester Elert Seemanns, Irmgard Nußbaum, plante, den E. A. Seemann Verlag in München zu etablieren und überführte „Thieme-Becker“-Unterlagen sowie Farbdruckklischees an ihre bereits 1949 gegründete Zweigniederlassung „Nautilus“ in Bayern. Als dies bekannt wurde, verließ sie im Februar 1952 die DDR. Der Verlag E. A. Seemann wurde daraufhin enteignet und am 8. August 1952 in einen volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt. Der Name seines Gründers E(rnst) A(rthur) Seemann aber blieb nach langen Querelen mit dem in Köln ansässigen Elert Seemann als Firmenbezeichnung erhalten.
Der „Thieme-Becker-Vollmer“ wird bis heute unverändert nachgedruckt.
Nach 1989 wurde der Verlag eine Zeitlang treuhänderisch verwaltet, bis Silvius Dornier den Verlag erwarb und ihn im Sommer 1992 in die neu gegründete Dornier Medienholding mit Sitz in Berlin eingliederte.
Die Dornier Medienholding trennte sich von den 1992 übernommenen Kunst- und Kulturverlagen, zu denen neben E. A. Seemann noch die Verlage Edition Leipzig und Henschel gehörten. Zum 1. April 2003 erwarben die Gesellschafter Bernd Kolf und Jürgen A. Bach die drei Verlage und gründeten sie neu in der Seemann Henschel GmbH & Co. KG, zu der im Sommer 2004 noch der Leipziger Traditionsverlag Koheler& Amelang kam. Hauptsitz des Unternehmens ist Leipzig.
Nachdem die Verlagsgruppe Seemann Henschel zum 1. März 2017 Insolvenz angemeldet hatte, wurde sie zum 1. Oktober 2017 von Michael Kölmel, dem Inhaber von Zweitausendeins, übernommen.

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